Kleinstaaten Apps


Ich bin schon immer ein großer Freund von moderner Technik. Nein, ich muss nicht immer alles und das Neueste haben, aber praktischen Neuerungen stehe ich sehr offen gegenüber. Zugegeben, manchmal ist “Weil’s geht.” durchaus die passende Antwort auf ein “Warum?”

Hier ist also nix mit “Alter Mann..” und so.

Auf meinem Smartphone befindet sich auch eine Reihe Apps, die dem “Normalverbraucher” fremd sind und die ich sogar auch benutze.

Aber manchmal ärgere ich mich, wenn ich mir eine neue App installieren muss. Richtig müssen muss ich das nicht, aber wenn ich den Komfort nutzen will, dann muss ich schon.

Es ist nicht ärgerlich, dass ich eine App installieren soll. Ärgerlich ist nur, wenn es die Dritte für denselben Zweck ist.

Ich erkläre es am Beispiel: Wir waren auf einem Ausflug nach Meißen. Parkplatz gefunden und willig Parkplatzgebühren zu entrichten. Kosten nun mal was!

Nun gehöre ich zur Minderheit, die lieber auf Bargeld verzichten würde und habe auch selten welches einstecken. Aber wer in Deutschland lebt, der muss seit dem Mittelalter immer ein Säcklein mit Münzen am Gürtel tragen. Doch Glück gehabt, am Bezahlautomat ist ein QR-Code, um mit dem Smartphone zu bezahlen. Dauert beim ersten Mal. Erstens muss man die App “moBiLET” herunterladen – im Deutschen Funknetz. Dann alle Angaben machen, Zahlungsart installieren und dann kann man einfach noch sein Kfz-Kennzeichen eingeben, den Parkplatz und fertig. Prima ist, dass einen die App auch daran erinnert, wenn die Parkzeit zu Ende geht. Man hat dann die Wahl, aus der Ferne noch einmal nachzubuchen. Perfekt!

Leider fand ich in der App keine weiteren für mich zutreffenden Parkmöglichkeiten, für die ich die App hätte noch einmal nutzen können.

Dann kam eine Pressemeldung, dass man am Parkplatz in Naunhof (mein Nachbarort) jetzt neu mit dem Smartphone bezahlen kann. Dazu muss man nur die App “PayByPhone” herunterladen, die Daten eingeben, die Zahlungsart installieren und .. na Sie wissen schon. Schade, dass es nicht dieselbe wie in der anderen sächsischen Stadt war.

Neue Pressemitteilung: In Grimma (wenige Kilometer in die andere Richtung) kann man jetzt seine Parkgebühren auch mit dem Smartphone bezahlen. Am Bezahlautomat ist ein QR-Code. Da kann man sich die App “EasyPark” herunterladen. Installieren, Daten eingeben, Zahlungsart….

Ja klar darf es viele App-Anbieter geben. Ist ihr gutes Recht! Auch hat jeder Parkplatzbetreiber die Möglichkeit das für ihn vermeintlich beste System auszuwählen.

Aber ehrlich: Wieso wurschtelt denn hier wieder jeder Stadtstaat mit eigenen Wegezöllen rum?  Wieso wird denn sowas auch wieder verschlafen, wie so viele andere Dinge, die nun mal wirklich übergeordnet vorgegeben werden könnten? Ein System wenigstens im gesamten Freistaat! Das könnte über Rahmenverträge sogar für alle günstig sein. 

Lustiger Nebeneffekt wäre wahrscheinlich, dass diese Form der Bezahlung sogar schneller und besser angenommen würde, weil die willigen Nutzer die App vielleicht dann schon auf dem Smartphone haben, wenn sie in eine neue Stadt kommen und einfach nur die Vorzüge der modernen Technik nutzen könnten und dann schneller wären, als der Mann mit dem Münzbeutel am Gürtel.

Karl Pfefferkorn (1897-1961)
Karl Pfefferkorn