Karl Pfefferkorn zieht vom Leder: Zur historischen Person


Franz Ernst Karl Pfefferkorn war zu Lebzeiten (19.11.1897-18.08.1961) Schuhmachermeister in Großsteinberg und hatte sein Zuhause und seine Werkstatt in dem Haus in der Pomßener Straße in dem ich nun mit meiner Familie wohne. Wir sind uns nie begegnet und wir sind auch nicht miteinander verwandt. D. h. ein bisschen schon. Er war der zweite Mann meiner Urgroßmutter und da er es war, der sie als junge Witwe mit ihrer Tochter aus Chemnitz mit nach Großsteinberg brachte, hat er nicht unwesentlichen Anteil daran, dass sich die richtigen Menschen begegnet sind um mir meine Existenz zu ermöglichen. (Dankeschön!)

Auch meine Mutter verbrachte später viel Zeit im Haus des Schuhmachers und hat mir einiges über diese Zeit und einen wohl sehr humorvollen Menschen erzählt.

Dass jemand in einer Werkstatt für die Leute im Dorf Schuhe herstellt und davon seinen Lebensunterhalt bestreitet, ist heute kaum noch vorstellbar. Es war sicher nie ein Beruf, mit dem man es zu Wohlstand bringen konnte. Ohne Ziege im Stall und ein paar Quadratmeter Beetgarten zur Eigenversorgung ging es nicht.

Zu Zeiten von Karl Pfefferkorn gab es noch keine PCs, Smartphones und kein Internet. Doch gab es auch zu seiner Zeit Menschen mit den selben Eigenheiten wie heute. Also lasse ich Karl Pfefferkorn Schuhmachermeister zu Großsteinberg in der für ihn neuen virtuellen Welt „auferstehen“ und mit seiner ganz eigenen Sicht der Dinge „vom Leder ziehen“, schreibe mir meine Frust und meine „Erkenntnisse“ von der Seele, ganz unabhängig davon, ob es jemand liest und was die Leserin oder der Leser darüber denken. Kommentar-Funktion ist aus und mit Social Media ist auch nichts, weil mir das egal ist 😉

Jens Langhof

Übrigens: „Vom Leder ziehen“ ist eine Redensart, die sich im Sprachgebrauch für „über jemandes/etwas herziehen“ bzw. „Kritik üben“ eingebürgert hat. Im Zusammenhang mit einem, dessen Arbeitsmaterial das Leder ist, eine sicher passende Doppeldeutigkeit. Für alle, die gern mal klugscheißen: Grundsätzlich stammt die Redewendung aus der Zeit lederner Schwertscheiden. Wenn man „vom Leder zog“, legte man also sein Schwert frei und schlug dann nicht nur verbal, sondern direkt auf seinen Gegner ein.