Corona

Aus der Rubrik „Karl Pfefferkorn (1897-1961) zieht vom Leder

Ich wollte es wenigstens einmal gesagt haben. Das Thema „Corona“ kann man ja nicht ganz unerwähnt lassen. Oder doch? Ich hätte reichlich Stoff, um mich wiederholt über meine Mitmenschen aufzuregen. Trotzdem ist nicht wirklich etwas Neues zu Tage getreten. Rücksichtslosigkeit, Dummheit und Ignoranz gab es vorher auch schon. Das Virus funktioniert hier nur wie ein Verstärker oder ein Kontrastmittel. Hat es früher manchmal etwas gedauert bis man seine Zeitgenossen richtig einschätzen konnte, markieren diese sich jetzt selbst. Maske unter der Nase = Depp. Finde ich gut. Das macht es doch einfacher.

Schwieriger fand ich allerdings solche Aktionen wie die “Anticorona-Demos”. Da hätte ich beinahe mitgemacht. Bin schließlich auch gegen Corona. Dachte mir dann aber, dass es das Virus wahrscheinlich gar nicht jucken wird, wenn wir dagegen demonstrieren. Im Gegenteil, es freut sich immer über Menschenmassen. Also bin ich zuhause geblieben. Besser so. Da hätte ich auch Zeit mal wieder einen Artikel zu schreiben. Aber worüber? Corona natürlich. Nun bin ich kein Virologe oder gehöre zu der erstaunlich großen Zahl von Experten für jeweils aktuelle Problemfälle. Deshalb kann ich auch nicht über Corona schreiben. Ich kann mir nur meine Artgenossen ansehen, den Kopf schütteln und mich fragen: “Wie haben wir es nur damals von den Bäumen runter geschafft?” Wir sind wahrscheinlich gefallen. Gefallen, weil wir nicht einsehen wollten, dass die dünnen Äste nicht so sicher sind wie die dicken. Wir sind gefallen und auf dem Kopf gelandet. Anders kann ich mir das alles nicht erklären. Die Konsequenzen habe ich zum Großteil in verschiedenen Artikel schon abgehandelt. Also lasse ich das Thema “Corona” eben auch weg und warte hier weiter.